FAQ

Mobilfunkland Schweiz

Wie wird sich LTE auf den mobilen Datenverkehr auswirken?
Werden für den LTE-Ausbau neue Antennen gebaut werden?
Warum können die bestehenden Antennen nicht auch für LTE genutzt werden?
Wird die Zunahme des mobilen Datenverkehrs zu Kapazitätsengpässen führen?
Warum gibt es sogenannte Funklöcher?
Wenn es immer mehr Antennen braucht, nimmt dann auch die Strahlenbelastung immer mehr zu?
Müssen wir wirklich immer und überall mobil erreichbar sein?

Behörden und Gemeinden

Was ist der Unterschied zwischen Kaskaden und Dialogmodell?
Warum führen Einsprachen gegen Antennenstandorte oft zu mehr Immissionen?
Warum werden auch in Gemeinden mit Antennenausbau-Moratorien noch Mobilfunkantennen gebaut?
Warum können Mobilfunkantennen nicht einfach in Industriezonen aufgestellt werden?
Warum werden nicht mehr Antennen von den Mobilfunkbetreiberinnen gemeinsam genutzt?

Mobilfunk und Strahlung

Steigt die Strahlung durch LTE?
Was ist ein Grenzwert?
Ist eine Verschärfung der Grenzwerte sinnvoll?
Wann wird die Wissenschaft nachweisen, dass Mobilfunk unschädlich ist?
Wer legt die Grenzwerte fest?
Beinhalten die Grenzwerte in der Schweiz einen Vorsorgebereich?
Muss mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gerechnet werden, wenn man in Sichtweite oder unter einer Mobilfunkantenne wohnt?
Kann Mobilfunk das Allgemeinbefinden beeinflussen?
Muss langfristig doch noch mit gesundheitlichen Auswirkungen durch den Mobilfunk gerechnet werden?
Wie wird sich LTE auf den mobilen Datenverkehr auswirken?
Mit LTE können Nutzer mit bis zu 100 Mbit/s surfen, Online-Games in Echtzeit spielen, gestochen scharfe Video-Konferenzen mit dem Handy durchführen, TV-Inhalte auf das Smartphone streamen oder Fotos und andere Daten innert Sekunden hochladen. Durch diesen Zuwachs an Komfort werden noch mehr Menschen noch öfter Gebrauch von den Möglichkeiten des mobilen Datenverkehrs machen.
Werden für den LTE-Ausbau neue Antennen gebaut werden?
Es ist absehbar, dass in den nächsten Jahren mehrere Mobilfunksysteme parallel betrieben werden müssen: die heutige Technologie für Kunden mit GSM oder UMTS-Geräten sowie die neuen Technologien für Kunden, welche das mobile Breitband vermehrt nutzen wollen. Da der Kapazitätsausbau an bestehenden Anlagen durch strenge Auflagen und aufwendig Bewilligungsverfahren meist nicht möglich ist, müssen dafür faktisch drei zusätzliche Infrastrukturen aufgebaut werden. Dieser eigentlich unnötige Ausbau von Mobilfunkanlagen bringt mehr Antennen und führt zu höheren Kosten.
Warum können die bestehenden Antennen nicht auch für LTE genutzt werden?
Die Erweiterung bestehender Standorte mit zusätzlicher Kapazität für die Nutzung mit LTE wäre tatsächlich die effizienteste Lösung. Dieses Vorgehen ist jedoch durch die strengen Grenzwerte oftmals nicht möglich. Deshalb müssen zusätzlich neue Standorte geplant und gebaut werden.
Wird die Zunahme des mobilen Datenverkehrs zu Kapazitätsengpässen führen?
Das Datenvolumen verdoppelt sich aktuell alle 12 Monate, und die Einführung von Gratis-Nachrichtendiensten wie iMessenger oder Whatsapp haben innert kurzer Zeit zu Veränderungen geführt. Die Sendeleistung einer Mobilfunkanlage ist aber begrenzt. Deswegen müssen - um die nachgefragten Kapazitäten auch in Zukunft bereitstellen zu können – in Zukunft mehr und leistungsfähigere Mobilfunkantennen gebaut werden.
Warum gibt es sogenannte Funklöcher?
Für eine lückenlose Abdeckung mit einem Mobilfunknetz in einem geografischen Gebiet wie der Schweiz, braucht es eine Vielzahl von Antennen – an jeweils optimal geeigneten Standorten. Durch die zunehmenden Ressentiments gegenüber Mobilfunkantennen, wird der weitere Ausbau des Netzes aber immer schwieriger. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen die vorhandenen Kapazitäten intensiver – so entstehen Funklöcher, also lokal begrenzte Gebiete ohne ausreichende Netzabdeckung.
Wenn es immer mehr Antennen braucht, nimmt dann auch die Strahlenbelastung immer mehr zu?
Mobilfunkanlagen geben – wie andere technische Geräte auch – ein gewisses Mass an elektromagnetischer Strahlung ab. Um die Bevölkerung vor allfälligen negativen Folgen dieser Immissionen zu schützen hat der Bundesrat die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung
(NISV) erlassen. Die darin feststehenden international angewandten Grenzwerte schützen ausreichend vor den wissenschaftlich allgemein anerkannten Gesundheitsauswirkungen nichtionisierender Strahlung. Ausserdem gilt: Mehr Mobilfunkantennen führen zu einer besseren Netzabdeckung und zu besserem Empfang. Und je besser der Empfang, desto besser die Sendeleistung der Anlage und desto geringer die Strahlung.
Müssen wir wirklich immer und überall mobil erreichbar sein?
Sicherlich liegt es in der Entscheidung jedes Einzelnen, wann und wo er telefonieren oder mobil surfen will. Der allgemeine Trend im Nutzungsverhalten zeigt aber bereits seit Jahren steil nach oben. Durch den technologischen Fortschritt und die Vielzahl von neuen Anwendungen, die Monat für Monat auf dem Markt drängen, wird die Nachfrage nach mobilem Datenverkehr auch in Zukunft weiter wachsen. Dafür müssen die Mobilfunknetze entsprechen ausgebaut und weiterentwickelt werden.
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Was ist der Unterschied zwischen Kaskaden und Dialogmodell?
Das Kaskadenmodell sieht vor, dass Mobilfunkantennen erst dann in Wohnzonen gebaut werden dürfen, wenn aufgrund funktechnischer Bedingungen kein Standort in einer anderen, prioritären Zone gefunden werden kann. So kommen oft schlechtere Standorte zum Zug. Deswegen ist aus Sicht der Mobilfunkbetreiberinnen das Dialogmodell vorzuziehen. Das Modell sichert den Behörden eine frühzeitige Information und Mitsprache bei der Antennenplanung zu.
Warum führen Einsprachen gegen Antennenstandorte oft zu mehr Immissionen?
Die Mobilfunkbetreiberinnen sind bestrebt, Mobilfunkantennen an den technisch am besten geeigneten Standorten zu bauen. So wird einerseits eine optimale Netzabdeckung für die Bevölkerung gewährleistet, andererseits wird die Strahlung der Anlage so niedrig wie möglich gehalten. Muss eine Antenne aufgrund von Einsprachen an einem anderen, weniger geeigneten, Ort aufgestellt werden, muss sie mit einer höheren Leistung senden und verursacht dadurch mehr Immissionen.
Warum werden auch in Gemeinden mit Antennenausbau-Moratorien noch Mobilfunkantennen gebaut?
Die Moratorien gelten nur für Antennenstandorte auf öffentlichem Grund und Boden. Den Bau von Kommunikationsanlagen auf Liegenschaften von Privaten können sie jedoch nicht verbieten. Ein Moratorium auf dem gesamten Gemeindegebiet ist damit – wie dies auch das Bundesgericht mehrfach bestätigt hat – nicht zulässig.
Warum können Mobilfunkantennen nicht einfach in Industriezonen aufgestellt werden?
Mobilfunkantennen haben eine vergleichsweis geringe Sendeleistung. Deswegen müssen sie dort stehen, wo Menschen mobil telefonieren und das Internet nutzen. Zudem ist die Strahlung einer Antenne umso geringer, je näher sie an den Nutzern ist. Antennen in Randgebieten sorgen also für schlechteren Empfang bei höheren Immissionen.
Warum werden nicht mehr Antennen von den Mobilfunkbetreiberinnen gemeinsam genutzt?
Zirka 30% aller Mobilfunkstandorte sind gemeinsam genutzte Anlagen, die sich die Betreiberinnen teilen. In ländlichen Gebieten und ausserhalb von Bauzonen ist die gemeinsame Nutzung oftmals die Regel. Innerhalb von Bauzonen wird diese Zusammenarbeit aber meist durch die strengen Emissionsgrenzwerte verhindert.
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Steigt die Strahlung durch LTE?
LTE wird zunächst parallel zu den bestehenden GSM und UMTS Netzen aufgebaut. Dadurch wird die Gesamt-Immission elektromagnetischer Felder ansteigen. Trotz dieses Anstiegs ist zu erwarten, dass wie bisher die gesamte durch den Mobilfunk verursachte elektromagnetische Strahlung nur einen Bruchteil des Grenzwertes erreicht.
Was ist ein Grenzwert?
Zum Schutz von Personen vor möglichen gesundheitlichen Gefahren oder Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder hat der Gesetzgeber Vorkehrungen in Form von Grenzwerten getroffen. Diese müssen beim Betrieb einer technischen Anlage – zum Beispiel einer Mobilfunkantenne – eingehalten werden. Die in der Schweiz geltenden Grenzwerte gehören zu den strengsten weltweit.
Ist eine Verschärfung der Grenzwerte sinnvoll?
Nein, da es hierfür keine wissenschaftliche Begründung gibt. Grundlage für die Festlegung von Grenzwerten durch den Gesetzgeber sind u.a. die Erkenntnisse und Empfehlungen anerkannter nationaler und internationaler wissenschaftlicher Fachgremien und Institutionen. Diese beobachten die internationale Forschung zum Thema Mobilfunk und Gesundheit kontinuierlich und geben entsprechende Bewertungen ab.
Wann wird die Wissenschaft nachweisen, dass Mobilfunk unschädlich ist?
Das Nichtauftreten eines Effektes lässt sich grundsätzlich nicht beweisen, dies gilt auch für den – häufig von der Öffentlichkeit geforderten – Nachweis der Unschädlichkeit des Mobilfunks. Die Wirkung des Mobilfunks auf die Gesundheit ist jedoch in vielen tausend Studien untersucht worden, ohne dass – bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte – Gesundheitsgefahren für den Menschen nachgewiesen werden konnten.
Wer legt die Grenzwerte fest?
In der Schweiz werden die Grenzwerte für elektromagnetische Felder von Anlagen per Verordnung durch den Bundesrat festgelegt. Das Bundesamt für Umwelt stützt seine Entscheidungen auf die Empfehlungen verschiedener nationaler und internationaler unabhängiger wissenschaftlicher Institute.
Beinhalten die Grenzwerte in der Schweiz einen Vorsorgebereich?
Um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder auszuschliessen, enthalten die Grenzwerte in der Schweiz einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor, um die Immissionen auch vorsorglich tief zu halten.
Muss mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gerechnet werden, wenn man in Sichtweite oder unter einer Mobilfunkantenne wohnt?
Nein. Die Sendeleistung von Mobilfunkantennen und die damit verbundenen elektromagnetischen Felder sind gering. Sie liegen für öffentlich zugängliche Bereiche immer unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte, so dass gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden können.
Kann Mobilfunk das Allgemeinbefinden beeinflussen?
Es gibt einen breiten, wissenschaftlichen Konsens darüber, dass gesundheitliche Symptome wie Schlafstörungen, Nervosität, oder allgemeines Unwohlsein weder durch die elektromagnetischen Felder des Handys noch durch die Felder einer nahegelegenen Antenne ausgelöst werden können.
Muss langfristig doch noch mit gesundheitlichen Auswirkungen durch den Mobilfunk gerechnet werden?
Diese Frage kann die Forschung heute nicht abschliessend beantworten. Die Technik ist noch nicht ausreichend lange in Betrieb, um beispielsweise Krankheiten mit langen Latenzzeiten, wie etwa einzelne Tumorarten, heute schon mit Sicherheit ausschliessen zu können. Es gibt aber keine klaren Hinweise, dass diese Langzeitrisiken tatsächlich existieren.
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