Strenge Grenzwerte schützen die Bevölkerung

Die Umweltauflagen und Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen in der Schweiz gehören zu den strengsten weltweit. Darunter fallen nicht nur die rigiden Grenzwerte, die um den Faktor 10 schärfer als die meisten Regelungen im Ausland sind, sondern auch Ausführungsbestimmungen, Anlagedefinition, Messmethoden, Meldepflichten oder Bewilligungsverfahren. Die strengen Auflagen führen insgesamt dazu, dass der Ausbau der Mobilfunknetze langsamer von statten geht als in anderen europäischen Ländern. Zudem verursachen diese Auflagen zusätzliche Kosten, was sich auf die Mobilfunkpreise niederschlägt.

Internationale Standards
Die Immissionsgrenzwerte der Schweiz entsprechen – wie in den meisten europäischen Ländern – den von den internationalen Organisationen wie der
WHO Weltgesundheitsorganisation) und der ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen) empfohlenen Grenzwerten. Sie beinhalten bereits hohe Sicherheitsfaktoren und stützen sich auf den internationalen Konsens von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Medizin, Biologie, Biophysik und Technik. Mit den Anlagegrenzwerten setzt die Schweiz bezogen auf die Feldstärke zehnmal strengere Grenzwerte durch als international festgelegt.
 
Die Einhaltung der Grenzwerte, wie sie in der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) angeführt sind, ist von den Betreibern im Rahmen des Baugesuchs nachzuweisen. Die kantonalen Fachstellen überprüfen diese rechnerischen Prognosen. Für Orte mit empfindlicher Nutzung wie Wohnräume, Arbeitsplätze, Schulräume oder Kinderspielplätze gelten in der Schweiz zusätzlich Anlagegrenzwerte. Deren Einhaltung wird mit Abnahmemessungen und Qualitätssicherungssystemen bei den Mobilfunkbetreibern überprüft.
Bewilligungsverfahren



  
Der Immissionsgrenzwert gilt für alle Orte, an denen sich Menschen kurzfristig aufhalten können. Er muss absolut und an allen zugänglichen Orten eingehalten werden. Je nach verwendetem Frequenzbereich gelten für Mobilfunkanlagen Immissionsgrenzwerte von 41 bis 61 V/m (Volt pro Meter).

Zehnmal strengere Grenzwerte
Für Orte mit empfindlicher Nutzung wie Wohnräume, Arbeitsplätze, Schulräume oder Kinderspielplätze gelten in der Schweiz zehnmal strengere Grenzwerte als im Ausland. Dieser sogenannte Anlagegrenzwert basiert auf dem Vorsorgeprinzip, das im Umweltschutzgesetz festgelegt ist. Damit werden Mensch und Umwelt nicht nur vor den schädlichen Einwirkungen geschützt, sondern es sind auch mögliche und noch nicht abschätzbare Auswirkungen berücksichtigt.