Studien zum Mobilfunk in der Schweiz

Ecosens-Studie über die Bewilligungsprozesse 

Das Beratungsunternehmen Ecosens analysierte den Bewilligungsprozess für Mobilfunkanlagen in der Schweiz, Deutschland und Österreich, um qualitative Aussagen zu den Unterschieden machen zu können. Dies führte zu folgenden Erkenntnissen:

 

  • Der Bewilligungsprozess ist in der Schweiz im Vergleich zum Ausland wesentlich strenger reguliert.

 

  • Die Gemeinden haben hierzulande deutlich grössere Möglichkeiten, mit planerischen Instrumenten auf die Positionierung der Mobilfunkantennen Einfluss zu nehmen. Dies führt zu verlängerten Verfahren und höheren Kosten.

 

  • Schweizer Grenzwerte schränken nicht nur die Sendeleistung einer Sendeanlage ein, sondern haben auch zur Folge, dass an bestehenden Standorten keine Ausbaureserven mehr vorhanden sind.

 

  • Das schweizerische Bewilligungsverfahren verzögert die Prozesse im Vergleich zu den Vorgaben in Deutschland und Österreich erheblich.
     
PDF Icon   Studie Ecosens  (pdf, 426 kB)

 

 

PwC-Studie zu Kosten im Mobilfunk 

Die PwC-Schweiz-Studie untersuchte mit einem innovativen Modellansatz die Mehrkosten beim Bau, Betrieb und Unterhalt von Mobilfunkanlagen in der Schweiz im Vergleich mit den Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Die wichtigsten Erkenntnisse:
 

  • Der Bau und Betrieb eines Mobilfunknetzes in der Schweiz verursacht zwischen 40% und 110% höhere Kosten als in den Vergleichsländern Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.
     
  • Grösster Kostentreiber ist die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV). Das umfassende Regelwerk der Schweiz hat zur Folge, dass die notwendigen Kapazitätserweiterungen bei bestehenden Standorten nicht vorgenommen werden können und damit viele zusätzliche Handyantennen notwendig werden.
     
  • Die anspruchsvolle Schweizer Topographie und die Siedlungsentwicklung sind weitere Gründe für hohe Ausbaukosten im Mobilfunk. In der Schweiz leben sehr viele Menschen entlang der Landesgrenzen und gleichzeitig stehen dort aus technischen Gründen weniger nutzbare Frequenzen zur Verfügung. Deshalb müssen die Schweizer Mobilfunkanbieter mehr Antennen in Grenzgebieten bauen, als die Betreiber in den Nachbarländern.
     
  • Der Datenkonsum auf dem Mobilfunknetz steigt stetig und dieser Trend ist ungebrochen. Die Bewältigung dieser Datenmenge würde ohne neue Technologien oder Frequenzen zu einer Vervierfachung der Kosten in der Schweiz führen. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass LTE oder andere Technologien rasch eingeführt werden müssen.
     
PDF Icon   Studie PwC  (pdf, 1041 kB)