Auf die Zellen kommt es an

Ein Mobilfunknetz ist ein Netz im wörtlichen Sinne: Es ist geografisch in viele aneinandergrenzende Funkzellen unterteilt, also zellular aufgebaut. Weil die Funkzellen in ihrer Grösse beschränkt sind, wird die optimale Nutzung der verfügbaren Funkkanäle möglich: Denn erst durch die räumliche Trennung der Zellen können gleiche Frequenzen in ausreichendem Abstand wieder verwendet werden. Das ist nötig, da die Anzahl vorhandener Funkkanäle durch die staatliche Lizenzvergabe begrenzt ist.
Der Aufbau eines guten Mobilfunknetzes ist eine wahre Herkules-Aufgabe. Die Kundenbedürfnisse wechseln schnell und das Netzwerk muss entsprechend angepasst werden.
Aurora Soares, Director Network Rollout, Salt Mobile SA

Je dichter die Besiedelung, desto mehr Mobilfunkantennen sind nötig.
Die einzelnen Funkzellen sind in der Regel wabenförmig aufgebaut und haben ganz unterschiedliche Grössen. In Innenstädten, wo sie allenfalls nur ein paar Häuserzeilen abdecken müssen, messen die Zellen teilweise unter 100 Meter im Durchmesser. In ländlichen Gebieten hingegen gibt es auch Zellen mit Durchmessern von mehreren Kilometern.
Verteilungsdichte von Basisstationen im Vergleich Stadt-Land
Begrenzte Kapazität der Zellen
Jede Funkzelle wird von einer so genannten Mobilfunkbasisstation versorgt. Diese fest installierten Sende- und Empfangsanlagen bilden die Knotenpunkte der Mobilfunknetze. Da jeder Sender einer Mobilfunkzelle nur eine begrenzte Anzahl an Nutzern versorgen kann, hat der in den vergangenen Jahren ständig gestiegene Bedarf an Übertragungskapazitäten dazu geführt, dass die Betreiber die Zahl der Mobilfunksender und damit auch der Funkzellen erhöhen mussten. So können so genannte Hochlastgebiete wie Innenstädte, Flughäfen oder Bahnhöfe durch den spezifischen Zuschnitte der Funkzellen gezielter und effizienter versorgt werden.
Komplexer Aufbau des Mobilfunknetzes

Jede Sendeantenne kann nur ein begrenztes Gebiet versorgen. Für eine mobile Nutzung muss das Mobilfunknetz daher nahtlos ausgebaut sein. Dazu kommen in dicht besiedelten Gebieten neben den typischen Mobilfunkanlagen auch Kleinstanlagen und Inhouse-Anlagen zum Einsatz.
Die Charakteristik eines Mobilfunknetzes lässt sich so an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen, damit überall eine ausreichende Übertragungskapazität, eine hohe Qualität der Sprach- und Daten-Übertragung bei geringen Fehlerraten sowie eine flächendeckende Nutzbarkeit – möglichst auch innerhalb von Gebäuden – gewährleistet wird.
Kapazitätsgrenzen



  
UMTS-Netze sind leistungsstärker als GSM-Netze. Sie unterscheiden sich auch in ihrer Wirkungsweise: Während sich die Zellgrössen bei GSM nicht verändern, hängt die Grösse einer Mobilfunkzelle bei UMTS von der Zahl der Teilnehmer ab, die in einer Zelle gleichzeitig mobil telefonieren. Eine stärkere Nutzung verkleinert dementsprechend die nutzbare Zelle.
 

Alles andere als unkompliziert
Handys können nicht direkt mit andern Handys oder Festnetztelefonen kommunizieren. Für die Übermittlung der Informationen laufen die Daten erst einmal vom Mobiltelefon zur Mobilfunksendeanlage derjenigen Funkzelle, in der sich der Handy-Nutzer gerade befindet. Von dort müssen die Informationen – zum Teil über grosse Entfernungen – zu der Mobilfunkzelle weitergeleitet werden, in der sich der Empfänger aufhält. Und dort noch auf das Handy des Empfängers übertragen werden. Wechselt ein Mobilfunkteilnehmer während eines Gesprächs die Funkzelle, schaltet das System automatisch auf die angrenzende Funkzelle um (Handover) und beendet die Verbindung zur alten, ohne dass der Handy-Nutzer davon etwas bemerkt.