Der ideale Antennenstandort ist aus technischer Sicht jener, der sich am besten ins Gesamtnetz einfügt und die Nachfrage am besten deckt. Bei der Wahl der Antennenstandorte kommt es zu einem Interessengegensatz zwischen dem Wunsch, mobil telefonieren zu können, und dem Wunsch, die Antenne möglichst nicht in der Nähe zu haben. Aus technischen Gründen müssen Antennen dort platziert werden, wo die Nachfrage besteht. Die Bevölkerung hingegen möchte die Antennen möglichst nicht in der Nähe des eigenen Wohnorts wissen. Je weiter weg eine Antenne aber steht, desto grösser muss die Leistung von Antenne und Handy sein, um überhaupt eine Verbindung zu ermöglichen.
Bei der mobilen Kommunikation entscheiden die Bürgerinnen und Bürger als Kunden - und nicht als Abstimmende an der Urne - über die Dimensionen der Infrastruktur. Diese nicht vorhandene demokratische Mitsprachemöglichkeit wirkt da und dort frustrierend. Denn Bürgerinnen und Bürger fragen sich immer wieder, wieso die neue Antenne unbedingt in ihrer Nähe gebaut werden muss. Bei der Diskussion um Standorte wird oft übersehen, dass Antennen nicht einfach frei in der Landschaft - am liebsten ausserhalb der Bauzonen - aufgestellt werden können: Die Standortwahl ist durch eine Reihe von Kriterien eingeschränkt. So versorgen die Mobilfunkbetreiber in erster Linie Gebiete mit einer hohen Nachfrage nach mobilen Dienstleistungen. Antennen müssen dort stehen, wo die Menschen mobil telefonieren und Daten senden wollen. Die Antennen müssen die notwendige Kapazität und Abdeckung gewährleisten und dabei geografisch optimal stehen, ins bestehende Netz und in die zugeteilten Funkfrequenzen passen, sie müssen bautechnischen und statischen Anforderungen genügen und weitere rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. Ortsbildschutz) erfüllen.
Im Gegensatz zu TV und Radio ist es beim Mobilfunk zwingend, dass die Antennen dort stehen, wo telefoniert wird. Im Rahmen der Netzplanung teilen die Mobilfunkbetreiber die zu versorgenden Gebiete in so genannte Funkzellen auf. Die Grösse dieser Zellen hängt vom abzudeckenden Gebiet, der Geländestruktur (Topographie) und der Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw. der Nachfrage ab.
Eine Antenne sendet mit einer vergleichsweise geringen Leistung und kann deshalb nur eine beschränkte, nicht sehr grosse Anzahl von Verbindungen gleichzeitig versorgen - durchschnittlich etwa 40 bis 60. Daher kann ein Netz überlastet sein, wenn zu viele Personen gleichzeitig telefonieren wollen oder der Datenverkehr zu gross wird. In Gebieten mit vielen Teilnehmern werden die Zellen daher klein gehalten.
Die Schweizer Politik hat mit der Marktöffnung 1998 bewusst die Mobilkommunikation dem Wettbewerb ausgesetzt. Der Schweizer Mobilfunkmarkt lebt. Das zeigt sich unter anderem an der hohen Innovationsfähigkeit und an der im Vergleich zu anderen Ländern grossen Bedeutung der Mobilkommunikation im beruflichen und geschäftlichen Umfeld. Im Bereich Umweltschutz, bei der gemeinsamen Standortplanung und der Koordination aller Standorte ausserhalb der Bauzonen werden den drei Betreibern von BAKOM, BAFU und ARE gute Noten ausgestellt.
Eine positive Folge davon ist, dass rund ein Drittel aller Antennenstandorte in der Schweiz gemeinsam von mehr als einem Netzbetreiber genutzt wird (Site Sharing). Die strenge Schweizer Umweltschutzgesetzgebung setzt hier allerdings auch Grenzen. Die durch die tiefen Grenzwerte eingeschränkte Leistung hat zur Folge, dass einzelne Standorte sehr oft nur von einem Betreiber genutzt werden können.